‘Persisting Uncertainties’
 
Der showroom berlin freut sich mit der Gruppenausstellung ‘Persisting Uncertainties’ fünf junge Künstler aus London, Berlin und Island vorzustellen. Der Titel der Ausstellung, am besten zu übersetzen als ‘Beharrliche Unsicherheit” impliziert sowohl willommende Widersprüchlichkeit als auch  spielerische Mehrdeutigkeit, die sich in unterschiedlichen Formen und Medien in den Arbeiten aller fünf Künstler wieder finden lassen.



















 
 
 Chooc Ly Tan’s Arbeiten sind von einer poetischen und träumerischen Qualität geprägt und berühren den Glauben der Künstlerin die Grenzen der Naturgewalten zu überschreiten. Die Künstlerin widersetzt sich der Schwerfrakft: Himmelsrichtungen und Parameter verlieren ihren Sinn und Fallen wird zur genussvollen Erfahrung. Tan’s Werke laden ein  natürliche Phänomene  zu bewundern und sie gleichzeitig anzuzweifeln. Seit ihrem Umzug nach Island hat ihre Sprache  abstraktere  Formen angenommen und sie beschäftigt sich mit Fragen des Unbekannten.
 
Julia Prezewowsky’s Installationen, Performances, und Skulpturen, die meist fließend Ineinanderübergehen untersuchen die Rollen, die Objekte und Gestik in Ritualen heutzutage haben, und wie diese zur Produktion von Identitäten beisteuern. Prezewowsky’s opulente und filmisch inszenierten Arbeiten sind aus   einem wilden Mix schwerer Symbolik, Popkultur, urbanen Mythen und theoretischen Referenzen konzipiert. Die Künstlerin bedient sich freizügig der Methoden die man üblicherweise aus Werbung, Film und der Sex Industrie kennt, um ihr Publikum auf eine Expedition in ihr verrucht absurdes, teils lächerliches Universum zu entführen.
 
Kymberley Ward’s Arbeiten (und meistens handelt es  sich  hier um tatsächliche Arbeit) beinhalten immer eine Form des Austausches und erwecken häufig ein trostloses Gefühl, ähnlich dem Anblick eines zerknaulten Geldscheins. Ward benutzt Performances um sich in die mundaenen Aufgaben des Alltags einzuschleichen und Skulpturen, die sich der unterschwelligen Autorität des öffentlichen Dienstes bedienen. Ihre Praxis basiert auf der Idee einer kontinuierlichen Anstrengung, eines konstanten Arbeitspensums, welches benötigt wird um zu existieren.
 
Eugenia Ivanissevich beschaeftigt sich mit dem Einfluss den Technologie auf die Beziehung zwischen Bild und Betrachter hat. Sie trauert der magischen Verwunderung hinterher die einst in den funkelnden Augen der ersten Kinobesucher zu sehen  war. Die Künstlerin interpretiert und erfindet das Medium Fotografie neu, sei es durch schräge Bildausschnitte, Fragmentation oder Kompositionen. Mit Hilfe der Dekonstruktion von vertrauten Prozessen versucht sie das Staunen das dieses Medium einst ausgelöst hat wiederherzustellen.
 
 
Die Performancekünstlerin Linda Franke, arbeitet in ihrem Medium in einer ungewöhnlich sinnlich-erzählerischen Weise, die eine große Vertrautheit mit den Bildsprachen von surrealer Malerei und einer fantastisch-skurrilen Filmwelt nahelegt. Komplexe Raumsituationen mit Kostümen und Masken gehören zur Grundausstattung ihrer Performances, die meist nur einmal durchgeführt werden und in ihrer starken Dinglichkeit mit der Idee der Performance als einem ephemeren Erlebnis kontrastieren und diese ad absurdum führen
Den Aspekt der Visualität, der sich in der betonten Präsenz von Materialien wie Silikon, Schaumstoff, Wachs, Stoffe, Holz, und Lebensmittel manifestiert, kombiniert Linda Franke mit Soundelementen aus ganz unterschiedlichen Berreichen, wie Oper oder Jazz.
Die Bewegungslosigkeit bzw. das Moment der hundertfachen Wiederholung einer extrem reduzierten Handlung lässt die Performance von Linda Franke zum Bild gefrieren und evoziert die Vorstellung eines „Tableau Vivants“, eines lebendigen Bildes.